Menschenbild und Ethik - Archiv

Die Sozialtheologie der Orthodoxen Kirche am Beispiel von Rumänien. Eine Notwendigkeit und eine Herausforderung

Das Forschungsvorhaben von ao. Prof. Dr. Radu Preda widmet sich der grundlegenden Frage nach der Möglichkeit und Notwendigkeit einer Sozialtheologie im orthodoxen Kontext. Der Bezugspunkt ist dabei Rumänien, ein Land, das gerade die Erfahrung des Kommunismus hinter sich hat und nun voll in einem gesellschaftlichen Prozess der Umorientierung steht. Obwohl auf dem Gebiet der sozialen Arbeit der Kirche in Rumänien in den letzten 16 Jahren Vieles und Lobenswertes erreicht wurde, so kann man feststellen, dass bis jetzt diese kirchenpolitische Ausblendung der Theologie des Sozialen eine negative Folge hat. Als Theologe fühlt man sich nicht gerade ermutigt, der Praxis eine entsprechend weitsichtige, prinzipielle, nicht ausschließlich mit den jetzigen Bedingungen, Personen oder politischen Machtverhältnissen verknüpfte Theorie mitzuliefern. Mit anderen Worten, es muss klar und deutlich gesagt werden, dass eine bessere Koordination zwischen Theologie und Praxis der Kirche, zwischen dem Tun und dem Denken, zwischen dem Möglichen und dem Idealen nicht bloß ein Gedankenspiel ist, sondern einer tieferen, ekklesiologischen Notwendigkeit entspricht.


« zur Übersicht