Menschenbild und Ethik - Archiv
Leben an der Grenze: Die Verantwortung der Menschenwürde
Das Projekt von PD Dr. Antje Kapust untersucht die Relevanz der Menschenwürde im sozialphilosophischen und medizinethischen Bereich. Ausgangspunkt ist der Sachverhalt, dass die in der Menschenwürde vorausgesetzte „starke Definition“ von Subjektivität in Form einer „Normalität“ von Vernunft- und Moralfähigkeit mit Rücksicht auf die zahlreichen Formen eines „Lebens an der Grenze“ modifiziert werden muß, insofern diese Lebensformen den Subjektstatus beeinträchtigen. Die Angewiesenheit dieses Lebens auf Schutz vor Verletzungen und der Anspruch auf ein würdevolles Verhalten sollen als menschenwürderelevante Probleme geklärt werden. Zu diesem Zweck wird der Kantische Kern der Menschenwürde einer Revision unterzogen. Damit die Menschenwürde jedoch kein „leeres“ oder erstarrtes Versprechen bleibt, muss sie durch ein weiteres Prinzip ergänzt und vertieft werden. Die These besagt, dass die Menschenwürde daher durch diverse Varianten von Verantwortung ins Werk gesetzt und vollzogen wird.